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Stalker: Shadow of Chernobyl

Spiel: Stalker: Shadow of Chernobyl
Entwickler: GSC Gameworld
Vertrieb: THQ
Veröffentlicht: 23.03.2007
Freigabe ab: 18

Spiel und Wirklichkeit

Immer mehr kleine Entwicklerstudios in Europa, genaugenommen Osteuropa, beeindrucken uns mit vielversprechenden Videospielen. Ebenso das Entwicklungsstudio „GSC Gameworld“ aus der Ukraine, die zurzeit an einem der wohl ambitioniertesten Shooter arbeiten: „Stalker – Oblivion Lost“. Hier sogleich die erste Änderung, denn bis Anfang 2004 sollte Stalker eigentlich den eben erwähnten Beinamen tragen, dann wurde es aber in „Stalker – Shadow of Chernobyl“ umgetauft. Ob es dabei bleibt ist noch nicht ganz sicher. Doch nun zurück in die Ukraine, genauer gesagt nach Kiew in eine alte Waffenfabrik, wo die Entwickler am "RPG-Shooter-Adventure" arbeiten. Die Story und Idee lässt schonmal auf “Neues” hoffen, dass wir nicht jeden Tag auf die Festplatte bekommen. Sie befinden sich in der noch existierenden Sowjetunion. Jeder kennt die Katastrophe von Tschernobyl, die Bewohner um den “Sektor” in “Stalker” jedoch gleich doppelt. Der Supergau hat zum zweiten Mal stattgefunden und sorgt erneut für Aufregung: Zum einen wegen der Strahlung, die Mutationen und Anomalien hervorruft, als auch wegen legendärer Artefakte und anderer Schätze, die im Sektor um das Kraftwerk verteilt sind. Ihre Rolle bei alledem? Sie sind einer unter vielen sogenannten Stalkern, die hinter den Schätzen und dem damit verbundenen Reichtum her sind. Nun stellen sich Ihnen versch. Probleme in den Weg, denn die Regierung will die sog. Zone möglichst abspeeren und keine Schaulustigen oder Stalker in der Zone sehen, wohl wegen der eigenen Sicherheit und noch wichtigen unbekannten Faktoren, die eine Verschwörung oder Ähnliches verknüpfen sollen. Übrigens: Um den Reaktor und das umliegende Gebiet möglichst real im Spiel nachzubilden, haben die Entwickler sehr viele Fotoaufnahmen vom “echten” Kraftwerk und dessen Umgebung gemacht (70% der Umgebungen). Dadruch wirkt ein Großteil der Gebäude (etc.) im Spiel fotorealistisch. Doch dazu später mehr...


Rollenspiel UND Ego-Shooter?!

Parallel zur guten Grafik soll auch ein sehr gutes Spiel entstehen. Wem würde nicht mal ein Spiel gefallen, in dem man viel Action erlebt, das zugleich jedoch viele Interaktionsmöglichkeiten mit der Umwelt bietet, aber trotzdem gute Spielbarkeit garantiert? Stalker soll all das durch die Mischung versch. Genres schaffen. So finden Sie Rollen- wie auch Actionspielelemente vor. Zum Rollenspielanteil trägt eine riesige Welt in und um den 30 km² Sektor bei. Wie in Rollenspielen werden Sie zusätzlich zur Lebensenergie auch Displayanzeigen für Müdigkeit und Hunger (Nahrung) haben. Sie müssen täglich schlafen und Nahrung zu sich nehmen. Vernachlässigung dieser Faktoren führt zu Verlangsamung, Zielungenauigkeit, sowie Schwäche. Die Jagd nach Schätzen und Reichtümern soll zusätzlich zur Hauptstory motivieren. So werden Forscher, Freunde und bestimmte Händler immer neue Aufträge für Sie bereit halten. Dadurch könnte Stalker auch über Wochen noch zum Weiterspielen anregen. Doch was trägt mehr zur Dauermotivation bei als unterschiedliche Lösungswege? Auch Die bietet Stalker. Zum einen soll es wirklich viele Wege geben, die zur Lösung einer Quest führen und zum anderen wird die KI nach Angaben der Entwickler zu einer der Menschlichsten im Genre gehören. Beispiel: Sie treffen in einer Kneipe am Rande der Zone einen Forscher/Händler, der Sie bittet ein bestimmtes Artefakt zu beschaffen. Nun machen Sie sich, nach genaueren Instruktionen, auf die Suche (Quest). Jetzt das Besondere an der Sache: Dank der fortschrittlichen KI könnte der Questgeber bereits einen anderen (computergesteuerten) Stalker um Hilfe gebeten haben. Dieser sucht womöglich auch nach dem Artefakt. Jetzt bieten sich mehrere Möglichkeiten an:
1. Sie machen sich selbst auf die Suche nach dem Artefakt.
2. Sie machen sich auf die Suche finden jedoch das Artefakt nicht, da es schon ein anderer Stalker hat. Die Quest hätten Sie damit wohl nicht gelöst.

3. Sie warten auf den Stalker mit dem Artfeakt und töten ihn. Das Artefakt gehört Ihnen.
Hierbei würden sich sicherlich noch mehr oder weniger einfallsreiche Möglichkeiten ergeben, z.B. die Möglichkeit sich zu verbünden, hier wird letzlich die KI im fertigen Spiel eine große Rolle spielen (und natürlich ihre eigene Fantasie).


Realismus á la “Vorschau / Preview: Operation Flashpoint

Stalker will eine lebendige Welt simulieren. So müssen Sie nicht nur auf gefährliche (mutierte) Gegner, wie Zombies, Riesenratten, blinde Hunde (“Telekinese”) und andere mehr oder weniger durch die Strahlung entstellte Wesen achten, sondern auch ihre Müdigkeitsanzeige und ihren Hunger im Auge behalten. Durch schlafen in der freien Natur und der “freien Zone” werden Sie zwar genauso die völlige Erschöpfung vermeiden wie in einem richtigen Bett (Haus/Hotel), jedoch besteht die Gefahr, dass Sie von einem Monster angegriffen oder womöglich sogar von einem anderen Stalker ausgeraubt werden. Als Nahrung werden sich nicht nur Obst/Gemüse und Fleisch von Händlern anbieten, sondern Sie werden die Möglichkeit haben viele Tiere, wie Ratten oder Vögel, zu erlegen und dann roh zu essen oder am Lagerfeuer zu braten. Generell wird Stalker wohl einen hohen Realismus bieten (vom Monster-Szenario abgesehen). So können Sie nicht wie in ähnlichen Spielen neben Raketenwerfer noch eine Kalaschnikow und zusätzlich fünf weitere Waffen tragen, sondern ihre Gepäckanzahl ist limitiert. Umgehen können Sie diesen Effekt mit einem von ca. zehn sehr real nachgebauten Fahrzeugen (inklusive Schadensmodell). So leihen bzw. klauen Sie sich einfach einen Lada Niva (Auto) und packen all ihre Gegenstände in den Kofferraum um schneller voranzukommen und einfach mehr mitnehmen zu können. Zusätzlich dürfte die Übernachtung in einem Fahrzeug sicherer sein als unter freiem Himmel. Anfangs limitiert ist auch die Zone, da Sie wegen der starken Strahlung im Kern nicht frei begehbar ist, d.h. eine Begrenzung wie in GTA 3 etc. gibt es von Anfang an nicht. Sie werden bereits in den ersten Spielminuten versuchen können bis zum Kraftwerk vorzudringen, aufgehalten werden Sie womöglich “nur” von der radioaktiven Strahlung, Monstern und dem Militär, dass die Leute schützen und ein Geheimnis verbergen will. Gegen die Strahlung werden Sie sich später immerhin mit einem teuren und besseren Schutzanzug immunisieren. Zusätzlich gibt es sogenannte Anomalien in der gesamten Zone. Der hoffentlich im Rucksack befindliche Geigerzähler gibt Ihnen durch Zeigerbewegung Auskunft über diese unsichtbaren Unregelmäßigkeiten in der Natur, die einen durch die Luft schleudern oder sogar zerfetzen können. Verteidigung gegen sichtbare Gefahren bieten mehr als 30 untersch. Waffen, von der Kalaschnikow zur Beretta über den Raketen- und Granatwerfer bis hin zu geheimen Prototypen und selbstgebauten Waffen (!). Bei den Händlern werden Sie deshalb nicht nur Kleidung und Waffen, sondern wahrscheinlich auch Extras, wie z.B. ein Zielfernrohr, vorfinden. Hinzu kommen ungefähr 10 versch. Munitionstypen, die sich alle untersch., jedoch allesamt realistisch auf die Umgebung und Gegner auswirken (sollen). Die (selbstentwickelte) Physikengine setzt ebengenannte Möglichkeiten realistisch im Spiel um und simuliert das korrekte Verhalten von Fremdkörpern (Kugeln) auf unterschiedlichste Gegenstände (Gerüst, Sofa, Autos usw.). Je nach Stärke der Waffe, soll es möglich sein, große Teile der Umgebung zu beschädigen oder gänzlich zu zerstören.


WOW-Grafik und WOW-KI

Ähnlich wie der Inhalt eine gute Mixtur aus versch. Genres ist, hat auch die Spielmechanik einige Mischungen zu bieten. Nicht an der Tagesordnung für einen (teilweise) Ego-Shooter (die Außenperspektive ist auch möglich): Es wird Tag- und Nachtwechsel, wie auch Jahreszeitenwechsel geben. Diese Wechsel wirken sich dank dynamischen Licht- und Schatteneffekten nicht nur auf die Optik aus, sondern sollen durch die super KI der Gegner auch deren Vorgehen beeinflußen. So werden Sie Nachts vorraussichtlich auf andere Monster und weniger Stalker treffen. Auch unterschiedliche Wettereffekte, die womöglich in Echtzeit von beispielsweise Sonne auf Regen umschwanken, soll es dank der selbst entwickelten X-Ray Engine geben. Alles verpackt in hübsche und teils fotorealistische Texturen und Umgebungen. Im fertigen Spiel sollen dann noch schöne DirectX-9 Effekte wie Bumpmapping und erweiterte Pixelshader für eine realistische Welt und offene Münder sorgen. Überzeugen Sie sich selbst anhand der Bilder (Screenshots). Ebenfalls lebensecht soll auch die bereits erwähnte künstliche Intelligenz der Gegner werden. Gegner sollen ähnlich intelligent reagiern wie in Vorschau / Preview: Far Cry, nach den Versprechen von GSC Gameworld wohl noch besser. So sollen Forscher und andere Auftraggeber beispielsweise selbst entscheiden wann Sie Ihnen einen Auftrag geben. Auch das Feature, das andere Stalker Ihnen Aufträge wegschnappen und Ihnen so helfen oder eben nicht, wird hohe Langzeitmotivation beiten. Sollte die KI wirklich so gut wie versprochen werden, könnte eine lebendige Welt entstehen, in der sowohl Stalker als auch Monster ihren Tagesabläufen nachgehen (essen, schlafen usw.). So würde Stalker immer ein neues Spielerlebnis, durch alternative Lösungswege und immer andere Handlungsweisen der NPCs, bieten. Unglaublich hört sich die Möglichkeit an, dass andere Stalker in der Lage seien, die komplette Hauptquest(-Story) durchzuspielen - natürlich nur, wenn der Spieler nicht ins Geschehen eingreift! Übrigens: Fast täglich findet in der Zone ein sog. “Blowout” statt, der einer kleinen Naturkatastrophe gleichkommt, dieser lässt u.a. neue Anomalien entstehen, gepaart mit der tollen KI, werden dann Tiere, wie auch Stalker, versuchen an bestimmten Orten Sicherheit zu finden. So kann es zu Gegneransammlungen und größeren Kämpfen kommen, was man anhand eines In-Game-Videos (Trailer von “GSC Gameworld”) sehr gut sehen konnte.


Storymodus und Multiplayer

Erst jetzt schreibe ich noch einiges zu diesen zwei Punkten, da wenig bekannt und genauso wenig sicher ist, ob ein Vorhandensein der Modi im fertigen Spiel garantiert sein kann. Stalker soll neben dem Storymodus, in dem sich die NPCs ja bereits (fast) wie echte Menschen verhalten, auch einen Multiplayermodus enthalten (Deathmatch usw.). Als ob das noch nicht genug Anlass zur Freude wäre, soll angeblich sogar ein kooperativer Modus für mehrere Spieler mitgeliefert werden, in dem man zusammen die Hauptmissionen bestehen darf (LAN oder sehr guter Breitbandanschluss vorrausgesetzt). Stalker soll ungefähr 36 Hauptmissionen bieten, nach denen Sie das Spiel zwar durchgespielt haben, jedoch ähnlich wie in einem Rollenspiel (Bsp.: Vorschau / Preview: Morrowind) noch sehr viele Nebenquests zu erfüllen und viele Geheimnisse zu entdecken haben. Wie bereits erwähnt könnte die KI Innovationen im Genre setzen und Ihnen fast unendlich viele Aufträge. Unendlich? Genau, denn per Zufallsgenerator könnten immer Neue erzeugt werden. Doch ob das “Alles” im fertigen Spiel möglich ist, steht noch in den Sternen (oder Gerüchten), da Stalker sicherlich noch lange auf sich warten lässt. Videos und Bilder zeigen uns aber auf jeden Fall schonmal das Potenzial, das in den Entwicklern und ihrem Projekt steckt...


Fazit

Stalker – Shadow of Chernobyl soll vorraussichtlich irgendwann 2006 erscheinen. Probleme bereiten im Moment wohl nur Raubkopierer und Hacker, die Anfang 2004 eine Alphaversion des Spiels online gestellt haben. Trotzdem scheinen GSC Gameworld, anderes als Valve, nicht diese Vorfälle für Terminverschiebungen verantwortlich zu machen. GSC Gameworld scheint soweit nämlich gut voranzukommen. Trotzdem handelt es sich (nur) um eine Vorschau und im fertigen Spiel kann sich noch Einiges ändern - zum Positiven oder Negativen!


Buch->Film->Spiel!

Sehr interessant, vielen unbekannt und zugleich empfehlenswert ist der Science-fiction-Roman “Picknick am Wegesrand” von Arkadi und Boris Strugatzki. Außerirdische Wesen, die niemand zu Gesicht bekam, haben ihre Spuren auf unserem Planeten hinterlassen, genaugenommen ließen Sie sonderbare, wie ebenso unerklärliche Erscheinungen und Gegenstände zurück. Verteilt auf dem Erdball gibt es sechs sogenannte “Zonen”, Gebiete die vom Militär geschützt und von staatlichen Einrichtungen erforscht werden. Sogenannte “Schatzgräber” (Stalker?) begeben sich illegal in eine der Zonen, um die ebenso faszinierenden wie gefährlichen Gegenstände herauszuschmuggeln, die viel Geld einbringen. Im Verlauf der Geschichte entdecken die Protagonisten, ebenso wie der überraschte Leser, allerlei Mysterien und Merkwürdigkeiten (darunter sogar Zombie-ähnliche Wesen)...
Die Gemeinsamkeiten zwischen Buch und Spiel können die Entwickler von “Stalker – Shadow of Chernobyl” nicht leugnen, wollen Sie aber auch gar nicht, Sie haben sich nämlich klar an der Buchvorlage und dem russischen Spielfilm “Stalker” von 1980 orientiert.

UPDATE: Stalker wurde 2005 mehrmals verschoben. Leider steht immer noch kein endgültiger Erscheinungstermin fest. Schätzung: 3. Quartal 2006!
UPDATE 2: Ende 2005 ist erneut eine "geleakte" Hacker-Version von Stalker im Netz aufgetaucht. Diese enthält einige Mehrspielerkarten und viele Funktionen der Vollversion sind bereits enthalten!


SPECIALS
Stalker @ GC 2004
GC 2004 Stalker Multiplayer-Movie
8.55 mb, 160x120, 30fps, Quicktime-Movie, RAR-File

Autor: Frank Trautwein
Datum: Vor Relaunch (stattgefunden am 11.10.2004)

Mehr zum Spiel
Galerie: Stalker: Shadow of Chernobyl
Releaselist: Stalker: Shadow of Chernobyl
Systemrequirements: Stalker: Shadow of Chernobyl