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Review: Doom 3  |  Zurück

Doom 3

Spiel: Doom 3
Entwickler: id Software
Vertrieb: Activision
Veröffentlicht: 12.08.2004
Freigabe ab: 18

Lang ersehnter Horrorshooter³

Am 12. August 2004 ist es endlich soweit: Review: Doom 3 wird in Europa veröffentlicht – genau 10 Tage nach Amerika und Co. Doom 3 gehört eindeutig zu den „New-Generation“ Ego-Shootern, neben Review: Far Cry und Half-Life 2. Im Gegesatz zu seinen Konkurrenten gab es hier allerdings nie Verzögerungen in der Entwicklung oder nicht eingehaltene Release-Termine. Id-Software bleibt seinem Prinzip treu: Erst veröffentlichen „when it´s done“. Und hier wurde wirklich Arbeit geleistet.


Zur „Story“

Die UAC-Forschungsstation befindet sich auf dem Mars. Die Wissenschaftler dort widmen sich der Aufgabe, neue Energieerschaffungsmethoden zu entwickeln und somit andere Planeten für die Menschen bewohnbar zu machen. Eines Tages verschwindet einer dieser Wissenschaftler irgendwo auf der Marsstation. Von einem Kommandanten werden Sie, ein namenloser Marine, auf die Station gerufen, um diesen Wissenschaftler zu suchen. Quasi die Drecksarbeit erledigen, und hier endet auch schon die „Story“. Sie steigen also aus Ihrem Raumschiff aus und sind erst mal geschockt, was heutzutage für Optiken geboten werden können – Doom 3 ist grafische Referenz. Ohne irgendwelche Ausrüstung bewegen Sie sich zu Ihrem Auftraggeber, um Ihre Instruktionen entgegen zu nehmen. Die sehr schönen Cutscenes schaffen eine wirklich düstere Atmosphäre und lassen einen tief ins Spiel sinken. In einem Gespräch des Kommandanten, welches wir heimlich belauschen, fällt uns ein gewisser Wissenschaftler namens Doktor Betruger unangenehm auf: Er hat Befürchtungen bezüglich der Station und sagt Schlimmes vorher. Was es mit ihm und seinen Vorhersagen wirklich auf sich hat, werden Sie in den folgenden 27 Missionen auf der Marsstation herausfinden. Sie begeben sich auf dem Weg zu dem vermissten Wissenschaftler und erhalten Ihre Ausrüstung: Die Weste, eine Pistole und natürlich eine Taschenlampe, ohne die das Spiel nur halb so atmosphärisch wäre. Schließlich finden Sie den Verlorengeglaubten. Dieser scheint vorerst konfus zu sein, doch er wusste ganz genau, was nun geschehen wird – bevor er von einem aus der Hölle kommenden fliegenden Totenkopf zum Zombie verwandelt wird und von uns kurz darauf zu einem qualmenden Haufen Untoten-Fleisch. Ab hier beginnt die Kammerjagt, oder besser gesagt das Überleben. Die Hölle öffnet sich plötzlich und lässt viele fiese Kreaturen erscheinen, die Ihnen das leben schwer machen. Glücklicherweise zählt der Kommandant zu den wenigen Überlebenden. Dieser wird Ihnen Ihre Aufgaben erteilen. Zu Ihrem Waffenarsenal gehören unter anderem die Pistole, die Schrotflinte sowie das Automatik-Gewehr und der Raketenwerfer als auch andere futuristische Waffen wie der Plasmawerfer oder die BFG 9000 (Big Fucking Gun). Natürlich ist die obligatorische Kettensäge nicht zu vergessen. Außerdem steht Ihnen im späteren Verlauf ein Artefakt namens „Soul Cube“ zur Verfügung, welches sich nach jedem fünften erledigten Gegner aktivieren lässt. Monster, welche von den Klingen des Soul Cube berührt werden, gehen sofort in die ewigen Jagdgründe über und hinterlassen Ihnen großzügigerweise deren Lebensenergie in Form von Seelen. Am häufigsten werden Ihnen wohl die in Zombies verwandelten Wissenschaftler über den Weg laufen. Von KI wissen diese nur wenig, und das müssen Sie auch nicht, da diese lediglich den Platz des Kanonenfutters einnehmen. Bei den Imps müssen Sie schon mehr aufpassen. Diese schlanken, mit heißem Plasma werfenden Monster lauern Ihnen immer in dunklen Ecken auf. Allerdings sind diese genau so schnell erledigt, wie sie einst erschienen. Die untoten Soldaten gehören zu den schlauen Gegnern in Doom 3. Sie nehmen Deckung ein, weichen Ihren Schüssen per Rolle aus und können einigermaßen gut zielen. Zu den härtesten Monstern zählt der Hell Knight. Dieser ist fast doppelt so groß wie Sie und verteilt panzerbrechende Schläge. Nebenbei schleudert er auch Plasma auf Sie, welches aber wesentlich unangenehmer ist, als das der Imps. Zwischen den einzelnen Missionen treffen Sie auch auf Zwischengegner. Wo bei der Spinnenfrau oder dem Panzermann mit BFG noch rohe Waffengewalt ausreicht, muss man sich z.B. bei dem „Höllenhund“ schon mehr ausdenken. Bei diesem Boss müssen Sie erst seine kleinen fliegenden Gefährten erledigen, bevor er dann seine Schwachstelle in Form eines Energiefeldes über dessen Kopf frei gibt – Feuer frei! Viel mehr andere Spielereien gibt es in Doom 3 auch nicht zu entdecken. Während des Spielverlaufs sammeln Sie immer wieder diverse PDA (Personal Data Assistant) der Wissenschaftler auf, in welchen die Mails der Verstorbenen zu lesen sind. Leider bleibt Ihnen das lästige Durchlesen aller dieser Mails nicht erspart, denn zwischen den Zeilen verstecken sich häufig die Öffnungscodes zu den Munitionsschränken. Diese Mails sollten zur Atmosphäre beitragen, sie dämpft Sie jedoch lediglich. Das Spiel geht damit aus, dass Sie das Höllentor nach einem erbittertem Kampf gegen einen riesigen Höllendämonen schließlich schließen. Doktor Betruger, der anscheinend hinter all diesen Vorfällen steckte, wird nun in der Hölle eingeschlossen. Sie wachen wieder in der Marsstation auf und werden von anderen Marines gefunden und nach Hause gebracht – Doom-typisches Ende.


Gnadenlos gruselige Atmosphäre und umwerfende Optik sowie Sound

Überall ist es dunkel. Mit Ihrer Taschenlampe laufen Sie durch die engen Gänge – Außenlevels gibt es in dieser Form nicht. Ständig lauern irgendwo Ihre Gegner auf Sie, um in einem unaufmerksamen Moment aus dem Nichts hervor zu springen. Doom wird Sie mit Sicherheit des Öfteren erschrecken. Dazu tragen besonders die ausgezeichneten Soundeffekte bei. Mit einem Surround-System bekommt man die zahlreichen Soundeffekte erst richtig mit: Ständiges Kratzen an irgendwelchen Wänden und das lebensecht wirkende Stöhnen der Monster sowie viele weitere sehr realistisch wirkende Effekte lassen einen oft zusammen zucken. Leider gewöhnt man sich im Laufe des Spielgeschehens an solche Schockmomente. Das Spiel erscheint linear – was es auch ist. Es gibt keine unterschiedlichen Wege und viel mehr als die Feuertaste Ihrer Maus werden Sie nicht benutzen müssen - und werden. Zum Glück! Denn genau das habe ich mir von Doom 3 gewünscht. Andere Doom Fans werden nicht anders denken. Neben dem eintönigen, aber wirklich gruseligem Spielverlauf, kommt die wirklich umwerfende Grafik dieses Horrorshooters zur Geltung. Das allgegenwärtige Bump-Mapping auf den Texturen erzeugt unglaublich echt wirkende Akzente und Schatten. Die Welt in Doom erscheint sehr plastisch und vor allem lebendig, bzw. untot. Erstaunlich ist, dass die Modells trotz der sehr niedrigen Anzahl an Polygonen rund wirken – dank des Bump-Mapping natürlich. Auch die Gesichtsanimationen wirken sehr echt und tragen stark zur Atmosphäre bei. Sieht man ganz genau hin, kann man die allgegenwärtigen Schatteneffekte überall erkennen. Jede Textur hat ihren individuellen, in Echtzeit berechneten Schatten. Mit der Taschenlampe zu spielen macht wieder richtig Spaß. Auch die Physik in Doom gehört zu den Modernsten. Fässer rollen überzeugend realistisch über die Gänge und Gegner gehen dank Reg-Doll realistisch in sich ein oder fliegen einfach nur durch die Räume. Gelegentlich lädt Sie Doom 3 auch zu Physikspielereien ein: Entfernen Sie per Greifer und Fernsteuerung diverse Giftfässer, welche Sie beim weiterschreiten hindern, oder erstellen Sie sich mit einem großen Kran einen Weg über einen Abgrund. Bei diesen Aktionen lässt sich die Schwerkraft schön beobachten. Man kommt sich wie ein Kind vor, dass die Vorzüge der Bewegungsenergie neu entdeckt. Erstaunlich: Doom 3 lässt sich, wider Erwarten, auch mit schlechteren Systemen gut spielen. Die Doom 3 Engine zählt zu den Modernsten und ist dementsprechend optimiert.


Mini-Multiplayer

Viele erhofften sich insgeheim einen unerwartet guten Multiplayer von Doom 3. Leider wurde da nichts draus. Durch die vergleichsweise hohen Systemanforderungen wurde das Spiel vom Entwickler auf maximal 4 Spieler in einer Map beschränkt. Durch diverse Einstellungen lässt sich das Spielerlimit zwar erhöhen, leider bringt das aber auch nicht viel, da so viele Spieler von der heutigen Hardware nicht (spielbar) berechnet werden können. Desweiteren gibt es lediglich 5 Maps. Ansonsten können Sie wie gewohnt zwischen folgenden Modi wählen: Deathmatch, Team-Deatchmatch und neu: „Tourney“, bei dem sich 2 Spieler bekämpfen und der Verlierer durch einen neuen Spieler in der Liste ersetzt wird und „Last man“, bei dem der letzte Überlebende gewinnt. Im Spiel sind dann die meisten der normalen Waffen vorhanden, sprich Gewehre und Raketenwerfer, leider keine Kettensäge. Wenn Sie den Berserker-Bonus aufnehmen, laufen Sie nicht nur schneller, Ihre Waffen machen den doppelten Schaden und der Faustschlag ist sogar dreißigmal so stark. Der wirklich magere Multiplayer soll durch den Editor, welcher online erhältlich ist, ausgemerzt werden: Fans von Doom können dann ihre eigenen Maps und Mods erstellen. Daran appellieren die Entwickler von Doom wohl. Bis es allerdings so weit ist, sind die Spieler auf den mittelmäßigen Multiplayer von Doom 3 beschränkt.


Doom 3 und Konkurrenz

Von vielen Seiten werden Vergleiche zwischen Doom 3 und anderen aktuellen Ego-Shootern getätigt, darunter Far Cry. Einige vertreten die Meinung, dass Doom 3 die klare bessere Wahl sei und andere wiederum, dass Far Cry ungeschlagen bleibt. Wir persönlich führen diese Vergleiche nicht, denn beide Spiele sind wirkliche Top-Games und gehören einfach in jede Spielesammlung. Klar: Doom 3 ist nicht annähernd so abwechslungsreich wie beispielsweise Far Cry, aber war das jemals beabsichtigt? Doom ist und bleibt ein Spiel, bei dem es nur aufs Ballern ankommt, und nicht auf irgendwelches Herumrätseln- oder schleichen. Dafür ist Doom der bessere Gruselschocker und hat eindeutig bessere Sound- und Schatteneffekte. Beide Spiele sind Meister Ihres Fachs und werden viele Fans von Ego-Shootern noch lange begeistern. Doom 3 lässt sich nicht, und sollte auch nicht mit anderen Spielen verglichen werden, vor allem nicht mit Far Cry, in welchem es nun wirklich nicht ums Gruseln geht.

Unser klares Fazit für Doom ist natürlich sehr gut, wenn nicht göttlich. Trotz aller Begeisterung sollte man immer objektiv bleiben, und so wird die Wertung zu Doom durch das wirklich sehr lineare und unabwechslungsreiche Spielgeschehen und außerdem den immer und immer gleichen Ortschaften stark runter gezogen. Während den letzten paar Levels kommt es einem so vor, als wollten die Entwickler nur noch fertig werden, so dass diese den Rest einfach nur lieblos einbauten. Allerdings erwartet man von einem Titel wie Doom auch genau das und die hervorragende Optik sowie die unglaublich realistischen Soundeffekte lassen die Spannung lange am Leben.

Autor: Stefano Albrecht
Datum: Vor Relaunch (stattgefunden am 11.10.2004)

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Systemrequirements: Doom 3